Ruder-Bundesliga Team Berliner Ruder-Club

Die offizielle Gruppe der Ruder-Bundesliga Mannschaft des Berliner Ruder-Clubs
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Bericht von der Ruderbundesliga in Rauxel
27.07.2009

-Viel Erfahrung gewonnen, Stagnation in der Tabelle-

Am 25. 7. fand in Rauxel die dritte Auflage der Ruderbundesliga statt. Nachdem wir leider ziemlich spät ankamen, weil wir noch kurz vor der Abfahrt für die Dresdner einen FES -Achter aus Grünau holen mussten, waren wir um 21:30 auch schon in dem Ort, den man nur vom Hörensagen kennt: Castrop Rauxel.
Die Liebste von Miralem hatte uns glücklicherweise den Kraftraum des dortigen Rudervereins freigehalten, so dass wir nicht mehr in der Dunkelheit Zelte aufbauen mussten.

Am Samstagmorgen ging es dann um 10:30 mit dem Timetrial los, den wir mit Katrin Splitt an den Steuerseilen, Patrick Scholz am Schlag und Miralem Sukilovic, Julian Ahlhoff, Julian Sindelmann (eingekauft aus den USA), Philipp Matthes, Richard Lorenz, Nils Pötsch und Johan Kegler bestritten.
Hier wurden wir den Pred8oars aus Leverkusen zugelost, die immerhin der aktuelle Dritte in der Tabelle sind, mit so Leuten wie Thorsten Engelmann und Stephan Kolztk an Bord.
In diesem Timetrial ging es ja zunächst nur um die Zeit, nach der dann die Achtelfinals zugelost wurden.

Grundsätzlich lässt sich eine große Kritik an der Veranstaltung in Rauxel anbringen: Die Strecke von 350m führte um eine leichte Kurve. Und man muss nicht Mathematik studiert haben, um zu wissen, dass dann die Außenbahn leichte Nachteile hat, besonders auf einer so kurzen Distanz, wo es wirklich um Zentimeter geht.
Und dass der Großteil der Rennen auf der Innenbahn gewonnen wurde, spricht ebenfalls dafür, dass es bei der Veranstaltung nicht primär um sportliche Fairness, sondern um spannende Zieleinläufe ging.

Wir also auf der Außenbahn, aber dennoch gelang uns ein guter Auftakt in die Regatta:
Der Achter aus Leverkusen, auf der Innenbahn, konnte uns nur einen Luftkasten abnehmen, innerhalb dessen sich dann übrigens im Timetrial noch vier andere Boote wiederfanden. Das macht gut deutlich, wie eng es auf 350m zugeht und das man da auch nur bedingt planen kann. Entweder man erwischt einen guten Start und gute 20 Schläge hintendran oder eben nicht. Bezeichnend fand ich einen Kommentar vom Streckensprecher, der Rudern auf einmal mit Skispringen verglich, weil es hier auch darum gehe, am Start einen guten Wind zu erwischen... war aber wirklich so und deshalb muss man alle Ergebnisse mit einer gewissen Relation betrachten.

Naja, aber immerhin waren wir von der Zeit her danach achtes Boot von 16 in der ersten Bundesliga, mit einer Zeit von 55,98, der erste Achter aus Münster ging mit 53,35 über die Strecke.
So gut waren wir bisher noch nicht in die Veranstaltung gestartet und nun kam das alles entscheidende Achtelfinale. Hier ging es um die obere oder untere Hälfte. Wir traten gegen Hamburg an, im Timetrial noch neunter, zeitgleich mit Frankfurt, zwischen diesen Booten wurde dann gelost und wir mussten eben gegen Hamburg ran.
Diese Hamburger wurden in Rauxel immerhin insgesamt Zweiter, hatten sich also scheinbar sehr gesteigert und vielleicht auch im Trial geblufft...?

Wir also wieder mal auf der Außenbahn, dann stellten wir uns am Start nicht ganz so abgezockt an und hatten etwas Unruhe im Boot und dann wurde das Rennen auch schon gestartet. Wir erwischten nichts wirklich Brauchbares und lagen dann im Ziel mit einer halben Länge doch deutlich hinten.
Das war dann schon ziemlich frustrierend und das Viertelfinale gegen Münster, immerhin Sieger im Trial, wurde auch nicht besser.

Danach waren wir erstmal etwas ratlos, konnten uns dann aber in den letzten beiden Rennen gegen Lübeck und Frankfurt (das Boot, das wir auch im wichtigen Achtelfinale hätten haben können), deutlich durchsetzen.

Insgesamt bedeutete das dann nur vier Punkte, aber da sich die gesamte Tabelle deutlich verschob, behielten wir unseren 10. Platz.
Das ist alles andere als das, wo wir hinwollen, aber für die Regatta ist das sicherlich positiv.
Die Pred8oars stürzten vom dritten auf den achten Platz, Rauxel, die wir bisher immer locker im Griff hatten, war auf einmal zwei Finals vor uns, Emscher Wanne Eickel war im Trial Letzter, gewann dann gegen den Münster als Ersten das Achtelfinale... in Rauxel wurde so einiges auf den Kopf gestellt.

Wir wissen jetzt aber einmal mehr, worauf es ankommt und dass man für diese Wettkampfform vollkommen anders trainieren und denken muss. Ich konnte als Trainer einen guten Eindruck von diesem speziellen Rudern gewinnen und würde bei meinem aktuellen Fitnessstand ungern noch mal ins Boot steigen. Auf dieser Strecke machen wirklich Kleinigkeiten einen Unterschied... ob das Boot einen Meter länger oder kürzer ist, wie die Hebel eingestellt sind, ob man die Innen- oder Außenbahn hat, ob man einen „guten Wind“ erwischt...
Nächster Termin ist in drei Wochen in Hannover, wo während des gleichzeitig stattfindenden Maschseefestes einige tausend Zuschauer erwartet werden und ich hoffe, dass wir dort mit der Mannschaft an den Start gehen können, die ich mir vorstelle. Denn ich glaube nicht, dass wir falsch oder zu wenig trainiert haben, nur zuwenig mit der gleichen Besetzung.
Es sind noch drei Termine und ich bin mir sicher, dass wir bei weiterer Konsequenz im Training besser werden.

Johan Kegler

P.S.: Ausführliches Bildmaterial findet sich bei der „Ruderszene.de“